Das Bockbrauerei-Gelände ist an die Bauwert-Investment-Group verkauft worden

Wieder soll ein Kultur- und Gewerbegebiet verschwinden. Das 13.000 m2 umfassende Areal zwischen Fidicinstraße und Schwiebusser-Straße beherbergt etwa 30 Kultur- und Gewerbebetriebe. Bis auf ein Gebäude soll alles abgerissen werden um für den Neubau von 320 Wohnungen Platz zu schaffen.

Die Bauwert-Investment-Group ist unter anderem dafür bekannt bundesweit hochpreisige Luxuswohnungen zu errichten.


Hintergrundinformationen zur Bauwert-Investment-Group, Kurfürstendamm 21

Zitate aus deren Website:
„Die BAUWERT Investment Group gehört zu den führenden Projektentwicklern in Deutschland. Sie hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre zu einem der wichtigsten Unternehmen beim Prime Development entwickelt. Das Kerngeschäft bilden gehobene Büro- sowie Einzelhandelsimmobilien in innerstädtischer Top-Lage der deutschen Metropolen und exklusive Immobilien zum Wohnen in den sehr guten Gegenden von Berlin.“

„Über 400 Gebäude mit mehr als 1.800.000 Quadratmetern Nutzfläche und einem Investitionsvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro bilden die Grundlage unserer Erfahrung.“

„Zu unseren Investoren zählen die kapitalstärksten Immobilienanleger der Bundesrepublik.“
Geschichtlicher Abriss der Bockbrauerei

Die Brauerei wird erbaut — erstmals Bockbier aus Berlin


Nachdem der aus Bayern stammende Küfer und Bierbrauer Georg Leonard Hopf das Gelände des heutigen Branchen-Quartiers erworben hatte, begann 1838 die Errichtung einer Brauerei. Bereits ein Jahr später waren die Gebäude fertig gestellt. Im Frühjahr 1840 wurde hier das erste Bockbier, das je in Norddeutschland gebraut wurde, ausgeschenkt.

Das Bockbier erfreute sich bei den Berlinern von Anfang an einer großen Beliebtheit. Sie zogen in Massen vor die Stadt, um, zunächst an roh gezimmerten Tischen und Bänken, das untergärige Bier zu genießen. Aus diesen geselligen Zusammenkünftigen entwickelten sich schon bald Bockbierfeste, deren Tradition bis heute in ganz Deutschland fortlebt.

Ein Brand zerstörte 1842 den größten Teil der oberirdischen Gebäude, sodass sie ersetzt werden mussten.
Durch Erweiterungen des Geländes und mehrere Neu- und Umbauten wurden in den folgenden Jahrzehnten die Produktionskapazitäten erhöht und bessere gastronomische Voraussetzungen geschaffen.

1855 wurde von Handbetrieb auf Dampfbetrieb umgestellt, im folgenden Jahr der Ausschankgarten erheblich vergrößert und eine Restauration eingerichtet, deren Leitung ein Gastwirt übernahm.

Zusammenfassung der Informationsveranstaltung vom 25.04. zum Verkauf der Bockbrauerei

Das Gelände der Bockbrauerei auf dem Gelände zwischen Fidicinstraße und Schwiebusser Straße wurde kürzlich an die Bauwert Investment Group verkauft. Der Investor beabsichtigt, die Flachbauten auf dem Gelände, auf dem etwa 30 Gewerbetriebe angesiedelt sind, abzureißen und Wohnraum, insbesondere hochwertige Eigentumswohnungen, zu bauen.

Zwischen 80 und 90 Menschen haben am 25. April an der Veranstaltung im Wasserturm, zu der WEM GEHÖRT KREUZBERG und Anwohnende eingeladen haben, teilgenommen. Sie sind gekommen, um sich zu informieren und vielleicht auch zu engagieren. Darunter, nicht eingeladen, auch Jürgen Leibfried, Vorstand der Bauwert.

Mo 25.04. um 18.30 Uhr Informationsveranstaltung zum Verkauf der Bockbrauerei

Auf dem Gelände zwischen Fidicinstraße und Schwiebusser Straße wurde vor 100 Jahren Bier gebraut und amüsierten sich die Berliner_innen. Politische Versammlungen der Arbeiterbewegung (und später der Nazis) fanden statt. In den letzten 30 Jahren kamen viele Menschen zu Trommel-kursen, ins Theater oder in die Tanzschule. An die 30 Gewerbetriebe und Projekte befinden sich auf dem Gelände.

Nun ist das Gelände der Bockbrauerei an die Bauwert Investment Group verkauft.
Kerngeschäft dieses Investors bilden, lt. eigener Aussage, "gehobene Büro- sowie Einzelhandelsimmobilien in innerstädtischer Top-Lage der deutschen Metropolen und exklusive Immobilien zum Wohnen in den sehr guten Gegenden von Berlin.“

Der Investor beabsichtigt, die Flachbauten auf dem Gelände abzureißen und Wohnraum zu errichten.
Welcher Art und für wen, sehen wir an der Schultheiss-Brauerei in der Methfesselstraße am Kreuzberg. Zu den Projekten der Bauwert gehören aber vor allem Luxuswohnhäuser; auch die in Mitte, deren Errichtung die Bausubstanz der Friedrichswerderschen Kirche gefährdet.
Durch die Bebauung des Freudenberg-Areals in Friedrichshain und den Widerstand von Anwohnenden gegen die Bebauungspläne ist der Investor auch in unserem Bezirk kein Unbekannter.

Der Verkauf bedeutet:
  • das Aus für viele Kreuzberger Kulturprojekte
  • die weitere Zerstörung der sozialen Vielfalt und damit die weitere Abwertung eines ehemals bunten und diversen Kiezes
  • für viele Menschen den Verlust des Arbeitsplatzes
  • weitere Mieterhöhungen und weitere Verdrängung
  • jahrelang Baulärm, Dreck und ... für hunderte Anwohnende
  • drastische Verschlechterung der Wohnqualität in etwa 300 angrenzenden Wohnungen durch Verschattung und Veränderung des Mikroklimas in den Höfen
Wir möchten Informationen austauschen und diskutieren, wie wir mit dem Verkauf umgehen wollen.

Es wird kurze Beiträge geben:
  • Aktivist_innen des Freudenberg-Areals aus Friedrichshain werden über ihre Erfahrungen mit dem Investor berichten
  • Informationen über Gewerbetreibende auf dem sog. Dragonerareal hinter dem Finanzamt Kreuzberg und einer Initiative von Anwohnenden
  • aus der BVV Kreuzberg zur Bockbrauerei
Ort: im Wasserturm, Fidicinstraße, Kreuzberg (U-Bahn Platz der Luftbrücke)

hier der Flyer zum Verteilen...
Neues von der Bockbrauerei

Die Bockbrauerei zwischen Fidicinstr. und Schwiebusser Str. ist an den Investor Bauwert Investment Group verkauft. Ein Blick auf die Webseite des Investors und die bisher realisierten Wohnobjekte in Berlin lohnt sich, um eine Vorstellung davon zu bekommen welcher Art die Absichten für das Gelände der Bockbrauerei wohl sein werden.

Bauwert Investment Group ist auch bekannt durch die Bebauung des Freudenbergareals in Friedrichshain, wo Anwohnende sich gegen die Bebauungspläne gewehrt haben.


Die BVV Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Aufstellungsabsicht für den Bebauungsplan am 15.02.2015 der zuständigen Senatsverwaltung mitgeteilt. Das Bezirksamt hat den Aufstellungsbeschluss am 15.03.2016 gefasst.

Als pdf-Datei der Aufstellungsbeschluss und Ansicht des Grundstücks

Wir laden euch herzlich auf das kommende Plenum am Mittwoch, 30.03. um 19 Uhr von WEM GEHÖRT KREUZBERG ein, um über dieses Thema gemeinsam zu diskutieren, Ideen zu entwickeln z. B. gemeinsam eine Veranstaltung vorzubereiten, sich zu vernetzen...

Ort: breakout, Bergmannstr. 22
Im Oktober kommen die Bagger!

Die alte Bockbrauerei zwischen Fidicinstraße und Schwiebusser Straße ist an einen Investor verkauft!
Die Flachbauten sollen abgerissen werden! 
Wohnraum soll entstehen!
Wer glaubt, dass es sich um bezahlbare Wohnungen handelt, irrt mit Sicherheit!