Pressemitteilung 08.05.2018 von <Gedenkort Fontanepromenade 15> e.V.

„…dass dieses Gebäude eine Nutzung erfährt, die seiner historischen Bedeutung gerecht wird.“ Inge Deutschkron

Fontanepromenade 15


Mit Verwunderung nimmt der Vorstand des Vereins <Gedenkort Fontanepromenade 15> e.V. eine Pressemitteilung der Senatskulturverwaltung „Markierung Fontanepromenade 15 ist öffentliche Aufgabe“ vom 03.05.2018 zur Kenntnis.
Hierzu erklärt der Vorstand des Vereins <Fontanepromenade 15> e.V.: „Im Juni 2017 stellte der Verein ein pädagogisch-wissenschaftliches Konzept für den Gedenkort Fontanepromenade 15 in 10967 Berlin-Kreuzberg Öffentlichkeit, Politik und Landesregierung vor.

Das vorgelegte Konzept war Entscheidungsgrundlage des Abgeordnetenhauses Berlin zur Förderung des Projekts eines Gedenk-und Informationsortes Fontanepromenade 15 unter dem Haushaltstitel 68208 im Doppelhaushalt 2018/2019, der einstimmig von allen Abgeordnetenhausfraktionen angenommen wurde. Die Förderung erfolgte unter der Bedingung einer Kooperation zwischen dem Verein <Gedenkort Fontanepromenade 15> und der Stiftung Topographie des Terrors.“1
Die Stiftung Topographie des Terrors kündigte am 02.05.2018 einseitig die Kooperation mit dem Verein auf. Darüber hinaus veröffentlichte die Senatskulturverwaltung am 03.05.2018 eine Pressemitteilung, wonach der Ort noch zu entwickeln sei.
Hierzu stellt der Vorstand des Vereins <Gedenkort Fontanepromenade 15> e.V. richtig:
„Die Entscheidung des Parlaments wird ad absurdum geführt.

Das entwickelte Konzept des Vereins <Fontanepromenade 15> e.V. war Grundlage des Haushaltsbeschlusses unter dem Haushaltstitel 68208 zum Einzelplan 08 vom 24.November 2017 sowie 1. Dezember 2017.
Wir fordern die Erfüllung des Haushaltsbeschlusses auf der Grundlage des vom Verein vorgelegten Konzepts und der aufgrund dessen eingestellten Haushaltsmittel!“
Unmittelbar nach Verabschiedung des Haushaltstitels wurde dem Verein bekannt, dass - ohne seine Beteiligung - von Senatskulturverwaltung, Topographie des Terrors und Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Eigentümer der Immobilie, der „Fontanepromenade 15 GbR“ Gespräche nicht näher bekannten Inhalts geführt würden.
Indem die Senatskulturverwaltung sich zum Verhandlungspartner machte, verlor sie und die von ihr beauftragte Stiftung Topographie des Terrors anscheinend das seit dem 01. August 2017 bestehende Vermietungsangebot des Eigentümers Marc Brune aus Bremen an den Verein.

Nach den von Staatssekretär Dr. Torsten Wöhlert am 16. April 2018 im Kulturausschuss genannten Zahlen muss der leichtfertige Wechsel des Verhandlungspartners Mitte Dezember 2017 den Eigentümer zu einer Erhöhung der Bruttokaltmiete auf rund 20 €/m² ermuntert haben, der dies mit der Inanspruchnahme eines Vorsteuerabzugs begründete, welcher ihn dahingehend an die Finanzverwaltung binden würde, als dass er sich ihr gegenüber schon mit Beginn der Modernisierung der denkmalgeschützten Immobilie dazu verpflichtet hatte, gewerblich zu vermieten.

Dieser Vorsteuerabzug verpflichtete den Vermieter offensichtlich schon mit Beginn der Modernisierung der Immobilie Ende 2016, sich auf eine mindestens 10 jährige gewerbliche Vermietung festzulegen, ohne dass der Verein in den mit dem Eigentümer seit Januar 2017 geführten Gesprächen über diesen relevanten Sachverhalt für einen zu schließenden Nutzungsvertrag angemessen aufgeklärt wurde.- Auf der anderen Seite war dem Eigentümer des Hauses seit diesem Zeitpunkt bekannt, dass sich die Initiative zu einem späteren Zeitpunkt als gemeinnütziger Verein zu konstituieren gedachte, was im Herbst 2017 vollzogen wurde.

Es hat den Anschein, dass im Zuge einer ‚Lex Fontanepromenade‘ dieses für Berlin so wichtige gedenkpolitische Projekt diesmal dem Primat einer fragwürdigen Steuerpolitik zugunsten privater und zulasten einer allgemeinen Interessen dienenden gemeinnützigen Inbetriebnahme eines Teils des Ortes als dauerhafte Geschichts-und Informationsstelle zum Opfer fallen soll, nachdem bereits 2013/14 der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in einen bis heute nicht vollständig nachvollziehbaren Verfahren vor dem Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg die vorrangige Sicherung des Ortes für gedenkpolitische Zwecke mittels Reklamation eines Vorkaufsrechts des Hauses durch den Bezirk unterließ und diese Chance fahrlässig aus der Hand gab.2

Das Interesse der heute wenigen noch lebenden Betroffenen, wie das der Schriftstellerinnen Inge Deutschkron und Vera Friedländer, Horst Selbiger und der geschichtspolitisch interessierten Berliner Öffentlichkeit nach Etablierung eines solchen Ortes in der Kreuzberger Fontanepromenade 15, der die historische Schnittstelle zwischen nationalsozialistischer Judenverfolgung und NS-Zwangsarbeitsregime in Berlin repräsentiert, kann nicht den Interessen einzelner Privatinvestoren und einer auf Sicht fahrenden Kommunal-und Landespolitik geopfert werden!
Der Verein kämpft weiter für die Durchführung seiner Bildungsarbeit am authentischen Ort, ist jedoch aufgrund der jüngsten Entwicklung dazu gezwungen, vorerst seine im April 2018 angelaufenen Bildungsangebote im Curt Bejach Gesundheitshaus, Urbanstraße 24/Ecke Fontanepromenade, 10965 Berlin durchzuführen.

Berlin sollte die zweite Chance eines Gedenkorts in der Fontanepromenade 15 nutzen. Leistet sich Berlin jetzt einen Gedenkort ohne Domizil? — Eine dritte Chance wird es nicht geben!

Kontakt zum Verein
Georg Daniels
Mobil: 0160 173 85 83


1Abgeordnetenhaus von Berlin, Hauptausschuss zum Einzelplan 08, Haushaltstitel 68208
- 2. Lesung vom 24. November 2017 sowie
- Restelesung vom 1. Dezember 2017

2Als Eigentümer war 1999 ein Bischof G. Leslie Delapp in Independence, Missouri, USA, im Grundbuch eingetragen. Die "Reorganisierte Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage", seit 2000 die "Gemeinschaft Christi", auf die die Gedenk-Stele als den bis Mitte 2011 nutzenden Eigentümer hinweist, wurde in Gestalt der "Gemeinschaft Christi e.V., Springe", ein beim AG Hannover eingetragener Verein, erst nach Ausschluß der Erben vom Eigentum (Urteil des AG Tempelhof-Kreuzberg vom 5.8.2014) und nach zusätzlicher Aneignungserklärung (Erklärung vom 8.11.2014) am 18.11.2014 als Eigentümer eingetragen. Ohne die Erklärung des Bezirksamts, daß der das Eigentum begehrende Verein das Grundstück seit 30 Jahren als Eigenbesitzer nutzt, war dem Gericht in dem Anfang 2012 begonnenen Verfahren die Übertragung nicht möglich. Das Grundstück wurde am 10.10.2013 an die "Jahnel und Weber 1. Vermögensverwaltung GmbH" aufgelassen. Diese Gesellschaft wurde erst am 19.7.2013 in Schönefeld gegründet und hat ihren Sitz c/o trusthouse GmbH, Leibnizstraße 69, 10625 Berlin. Dieser Eigentumswechsel konnte erst nach gerichtlicher Ausschließung des Voreigentümers am 30.12.2014 eingetragen werden.
Geschichtsort Fontanepromenade 15 ade? — Versuch einer Schadens-/Sachstandsmeldung

Schwamm drin oder Schwamm drüber? … war im Februar 2017 zum damaligen Sachstand Gedenkort Fontanepromenade 15 in Kreuzberg ein Artikel überschrieben. Beides trifft bis heute zu. Die Wirren um den Gedenkort Fontanepromenade 15 rissen nicht ab.

Im Juni 2017 wurde über die Finanzierungsfrage und über die öffentliche Vorstellung des umfassenden pädagogischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gedenkortkonzeptes berichtet.
Im Januar 2018, anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages wurde über die erwartete Aufnahme der Gedenkarbeit am authentischen Ort mit einem Liedprogramm von vertonter Lyrik jüdischer Autoren, die soweit sie nicht emigrieren konnten, jüdische Zwangsarbeitende waren, berichtet.
Pressemitteilung 21.04.2018: Gedenkort Fontanepromenade 15 ohne Obdach

Kulturverwaltung des Berliner Senats hat die Chance verpatzt, einen Gedenkort in der Fontanepromenade zu etablieren


Vier Monate, seit Mitte Dezember 2017, haben die Stiftung Topographie des Terrors und die Senatskulturverwaltung mit den Eigentümern der Fontanepromenade 15 verhandelt. Das Ergebnis ist bescheiden:
Erstens haben die Verhandlungspartner herausgefunden, daß ein Mietvertrag mit dem Verein Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V. nicht gewünscht ist. Dazu erklärt der Verein: Für diese Einsicht hätten nicht vier Monate verstreichen müssen. Denn es war die Kulturverwaltung, die Mitte Dezember 2017 den Eigentümer zum Wechsel des Verhandlungspartners verleitet hat, und zwar mit der für den Eigentümer attraktiven Aussicht, trotz seiner öffentlichen Zusagen an die Initiative und den Verein, sich auf weniger als den von der Initiative konzipierten und vom Abgeordnetenhaus befürworteten Gedenkort einlassen zu müssen.
Obdachloser Gedenkort Fontanepromenade 15!

Erinnern und Gedenken an jüdische Zwangsarbeit in Kreuzberg — keine Sache von Investoren?

14 04 2018 Fontane


Mit Erstaunen hat der Verein <Gedenkort Fontanepromenade 15> den vermeintlichen Rückzug des Eigentümers, seiner Zusage vom Januar 2017 auf die Vermietung von Büroräumen, zur Kenntnis genommen.

Obdachloser Gedenkort!
Die denkmalgeschützten Immobilie in der Fontanepromenade 15 droht so sein Asyl zum Betreiben der gedenkpolitischen Informationsstelle an dem historischen Ort zu verlieren.
Das Haus Fontanepromenade 15 war während der NS-Zeit zwischen 1938 bis 1945 die „Dienststelle für Juden beim Berliner Arbeitsamt“.
Von hier aus sandte die Berliner Arbeitsverwaltung mehr als 25.000 Berliner Jüdinnen und Juden zu schwerster Zwangsarbeit in kriegswichtige Betriebe zum „Geschlossenen Arbeitseinsatz“.
Presseinformation 27.02 2018 Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V.

Am 27. Februar 2018 jährt sich zum 75. Mal mit der Menschenjagd der "Fabrik-Aktion" die Deportation tausender deutscher Juden nach Auschwitz.
Die damalige "Zentrale Dienststelle für Juden" des Berliner Arbeitsamts unter der noch heute bestehenden Adresse Fontanepromenade 15 in Berlin-Kreuzberg spielte eine entscheidende Rolle bei der Durchführung der abschließenden Massendeportationen der "Fabrik-Aktion", als tausende der dort seit Ende 1938 zur Zwangsarbeit registrierten Berliner Juden und Jüdinnen verhaftet und deportiert wurden.
Diese gesonderte Dienststelle des Arbeitsamts war damals ein Ort der Täter und Opfer rassistischer Verfolgung durch menschenverachtende Zwangsarbeit. Etwa 26.000 Berliner Juden, Männer, Frauen, Jugendliche und auch Kinder, waren dem Zwangsarbeitsregime rechtlos ausgeliefert. Deshalb soll dieser Ort ein Gedenkort werden, an dem sich die aufklärende Bildungs- und Erinnerungsarbeit zur Zwangsarbeit einheimischer Juden orientiert.
Beiträge zum Gedenkort  Fontanepromenade 15 auf der Festveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der Berliner VVN

Gestern am 18. Januar 2018 fand in Berlin-Pankow, ehemaliger Betsaal des Jüdischen Waisenhauses in der Berliner Str. 120/121 die Feierlichkeit des 70. Jahrestages zur Gründung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes statt (VVN).
Ein Beitrag war ein Gespräch mit Eva Nickels, der Mitbegründerin der Gedenkort-Initiaitve Fontanepromenade 15 und Frau Dr. Susanen Willems, die Vorsitzende des Vereins Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V.

Gedenkort Fontanepromenade 15 in Kreuzberg — Finanzierung durchgekämpft

Die Gedenkort-Initiative konsolidierte in akribischer Arbeit den Gedenkort Fontanepromenade 15 in Kreuzberg und gründete den Verein Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V.

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Mit einjähriger Kraftanstrengung und langem Atem ging es durch die bürgerlichen Institutionen ─ über die bezirklichen Gremien, den landespolitischen Institutionen und letztlich den Fraktionen im Abgeordnetenhaus.
31.08. - 07.09. Veranstaltungsreihe Gedenkort Fontanepromenade 15

Do 31.08. um 19:30 Uhr Lied-Programm "Klage nicht... ...wenn dir ein Becher in Scherben bricht; Hast ja noch alle die anderen."

Vertont und gesungen von Zhenja Oks (Odessa, Potsdam, Berlin) mit Texten der vergessenen Dichterin Gertrud Kolmar — 1894 in Berlin geboren, im Juli 1941 zur Zwangsarbeit verpflichtet,1943 in Auschwitz ermordet.
Sowie Else Lasker-Schüler — 1939 Exil in Palestina und Mascha Kaléko, 1938 emigriert in die USA.
Beide Frauen lebten und arbeiteten länger in Berlin.

Im Rahmen der Ausstellung: Letters of Stone

Ort: Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95A, Kreuzberg (U-Bahn Kottbusser Tor)

In Koopertion mit dem Museum FHXB

Flyer zur Veranstaltung
Kultursenator Lederer fordert den Gedenkort Fontanepromenmade 15?

Und Lederer sprach gleich neue Aufgaben an: Aufarbeitung der Geschichte der Berliner Fontanepromenade, wo das jüdische Arbeitsamt war, und des Flughafens Tempelhof. "Es ist nach wie vor viel zu tun, wir machen weiter und werden die Arbeit absichern". (Jüdische Allgemeine 13.07.2017)

Lederers Rede am 05.07.2017 auf der Veranstaltung anlässlich 30 Jahre "Topograpfie des Terrors" nahm er es zusmindet auf die Agenda
Was wäre wenn jetzt seien Worten Taten folgen würden?
Gibt er das Geld ab 1. Oktober 2017 für das Gedenkprojekt "Fontanepromenade 15" in unseren konzeptionellen Vorstellungen?

Die gesamte Rede kann unter diesem Link nachgelesen werden: ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!
08.06.2017 Pressemitteilung: Integriertes Gedenkort-Konzept Fontanepromenade 15 und Aufruf an Senat vorgestellt

Die Initiative „Gedenkort Fontanepromende 15“ stellte am Dienstag, 6. Juni 2017, im Nachbarschaftshaus Urbanstrasse unweit des authentischen Ortes, der ehemaligen „Zentralen Dienststelle für Juden beim Berliner Arbeitsamt“ in der Fontanepromenade 15 ihr Gedenkort-Konzept der Öffentlichkeit vor.

Das von Historikern und geschichts- und erinnerungspolitischen Initiativen erstellte integrierende Konzept umfasst einen Begegnungs- und Kommunikationsort für Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen, ein Erzählcafé sowie Raum für thematische Forschung. Zeitzeugen-Videos, historische Dokumentation dieses Ortes der massiven Verfolgung von Jüdinnen und Juden durch Vermittlung in Zwangsarbeit und Exkursionen zu Orten der Zwangsarbeit runden das Bildungskonzept ab.
Gedenkort ja — Senatsfinanzierung nicht vorgesehen!

Plakat Einladung 06 06 2017
Flyer als PDF zum Weitergeben, Verteilen...