Initiative Gedenkort Fontanepromenade 15 gegründet

  • Offener Brief von der Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG, der zur Gründung der Initiative Gedenkort Fontanepromenade 15 führte
  • Initiative Gedenkort Fontanepromenade 15 fordert Baustop um Gedenkort zu verwirklichen!
  • Bezirkliche Gedenktafelkommission (GTK) empfiehlt: Gedenken ja — aber keine „museale Gedenkstätte“ aus dem Protokoll vom 05.11.2015, Top 6:

    Herr Körner berichtete, dass das Gebäude der sogenannten Zentralen Dienststelle für Juden zum Verkauf stehe. Derzeit gebe es noch keinen neuen Besitzer. Die Gedenktafelkommission verweist auf ihre Empfehlung von vor zwei Jahren, hier keine weitere museale Gedenkstätte anzustreben, sondern es bei der vorhandenen Gedenkstele zu belassen.
  • Bezirkliche SPD fordert: Gedenken sicher stellen — Fontanepromenade
SPD-Antrag: DS/1954/IV im Wortlaut:
Das Bezirksamt wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass das Gedenken auch nach der Nutzungsänderung in der Fontanepromenade 15 sicher gestellt ist. Begründung: Zwischen 1938 und 1945 residierte die vom Berliner Arbeitsamt eingerichtete ‚Zentrale Dienststelle für Juden‘ in der Fontanepromenade 15, eine Behörde zur Vermittlung von Zwangsarbeitern an 260 Betriebe. Rund 26 000 Jüdinnen und Juden wurden hier zur Schwerstarbeit vermittelt – in Abstimmung mit der Gestapo, die mit darüber entschied, wer wann deportiert wurde, damit die Produktion, etwa in den Rüstungsbetrieben, nicht litt. Angst, Leid und demütigende Behandlungen kennzeichnen diesen Ort. Das Haus und seine Geschichte dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Link zum Antrag

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08.12.2016: Berlin GEDENKEN: Gedenkort Fontanepromenade 15

Video
14.11.2016 Offener Brief zum Baubeginn in der Fontanepromenade 15

Fontanepromenade 15 — Pietätlosigkeit gegenüber einem historischen Ort der Zwangsarbeit, Diffamierung und Unterdrückung

Am 30.10.16 mussten wir zu unserer größten Empörung feststellen, dass in dem flachen Altbaugebäude Fontanepromenade 15 mit privaten Baumaßnahmen begonnen wurde.

"Es ist ein Haus mit dunkler Geschichte. Von Dezember 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich hier die "Zentrale Dienststelle für Juden" des Berliner Arbeitsamtes. Von hier aus wurden sie zur Zwangsarbeit befohlen.
Seit 2013 erinnert eine Gedenkstele vor dem Haus an seine Vergangenheit. Als sie aufgestellt wurde, beschrieb die Historikerin Dietlinde Peters die Dienststelle so: Sie sei "eine zivile Behörde mit Handlungsdiensten zur Selektion, Ausbeutung und Vernichtung" gewesen. Man habe sich mit der Gestapo darüber abgestimmt, wer wann deportiert wurde. Betroffene sprachen von der "Schikanepromenade". Stundenlanges Warten und Demütigungen waren Alltag. Schätzungen gehen in Berlin von rund 26 000 jüdischen Zwangsarbeitern aus."
(Berliner Zeitung 08.04.2015, Iris Brennberger)