STOPP des sogenannten „Beteiligungsverfahrens“ auf dem Dragoner Areal in Kreuzberg 61

Die bisherigen Ergebnisse der Planungen sind für den Stadtteil katastrophal.

Wir brauchen keine weitere Stadtplanung von Oben, die den Bedarf und die Bedürfnisse der Bewohner*innen überhaupt nicht berücksichtigt.

Von Anfang an wurden uns im sogenannten „Beteiligungsverfahren“ die Ziele des Senats vorgesetzt — so die umfangreiche Wohnbebauung - und als Modellprojekt verkauft.

Versprochen wurde ein „Kiezraum“, um im Stadtteil unabhängige Treffen zu ermöglichen und zu überlegen, was wir auf dem „Dragoner Areal“ brauchen und wollen. Er ist nach drei Jahren immer noch nicht fertig gestellt.

Stattdessen wurde mit viel Geld, vielen Büros und Gutachten eine „Beteiligungsindustrie“ geschaffen, die eine Beteiligung von „Unten“ nur vortäuscht und die Baupläne des Senats rechtfertigen soll.

Warum wird im Stadtteil nicht die Verdrängung von Mieter*innen, Kulturprojekten und kleinen Gewerbetreibenden endlich gestoppt?

Warum wird nicht der Autoverkehr beschränkt?
Warum wird nicht das Postscheckamt mit kommunalen und bezahlbaren Wohnungen umgebaut?

Entwurf DragoarealBebauungsentwurf für das sogen. Dragoner Areal: die dunkel markierten Neubauten werden das Areal verdichten und keinen Platz lassen für aktivitäten der Nachbarschaft

Wir fordern einen umgehenden Stopp der Pläne für das „Dragoner Areal“ und eine wirkliche Diskussion von Unten darüber, was der Stadtteil, die Nachbar*innen auf dem Areal wollen und brauchen.

Kreuzberg ist schon jetzt der am dichtesten besiedelte Bezirk in Berlin!

Keine weitere Verdichtung, Wohnungsklotzbebauung, Zubetonierung, Stadtnaturzerstörung, Verkehrsbelastung in einem Stadtteil, wo ringsum bezahlbare Wohnungen verschwinden, Luxusneubauten wachsen, der Verkehr die Luft zum Atmen nimmt, Brachflächen zerstört werden!

„Das Dragoner Areal“ braucht umfassenden Ensemble- und Denkmalschutz!

Nachbar*innen und Stadtteilinitiativen

Plakat als PDF-Datei zum Download
04.09.2020: Modellprojekt Dragonerareal im Sanierungsgebiet Rathausblock

Gemeinsame Stellungnahme des Bündnisses „Entsiegelt Berlin — Natur statt Asphalt“ in Zusammenarbeit mit NaturFreunden Berlin, Berliner Netzwerks für Grünzüge („Grünzüge für Berlin“), Bündnis Stadtnatur in K61, Initiative Stadtnatur und Wachstumswende in Berlin.

An die Mitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Yorckstr. 4-11
10965 Berlin


DragoArealDas Ausschreibungsverfahren zur Entwicklung des Dragonerareals gibt eine bestimmte Anzahl Wohnungen (500) und Gewerbeeinheiten vor. In Zusammenhang mit dem Bebauungsvorhaben wurde das Gelände als „Urbanes Gebiet“ ausgewiesen, sodass dort dichteres Bauen und mehr Lärm als üblicherweise im Baugesetzbuch verankert sind, erlaubt ist. Im Zusammenhang mit der Rückübertragung des Geländes an Berlin 2019 und der Beauftragung zur Bebauung an die BIM wurde eine zu bauende Mindestwohnungszahl für die BIM ausgehandelt. Um auf diese Anzahl an Wohneinheiten zu kommen, wurde das Rathausgrundstück, das aber nicht zum Dragonerareal gehört, mit seiner wertvollen baumbestandenen Grünfläche, als Fläche, die zur Bebauung zur Verfügung steht, mit einbezogen.

Das Dragonerareal ist mit denkmalgeschützten ehemaligen Kasernengebäuden bebaut und zum Großteil gepflastert. Ehemalige Grünflächen auf dem Dragonerareal sind verwildert. Rasenflächen und Grünflächen, die nicht mehr gepflegt wurden, haben sich zu Spontanhabitaten weiterentwickelt und weisen eine Fauna aktuell von Trockenrasen bis zu wertvollen Habitaten auf, die zahlreichen Tieren Lebensstätten bieten und deren Erhaltung aus kleinklimatischer und artenschutzrechtlicher Sicht wichtig wäre sowie den Aufenthalt für die Menschen angenehmer macht.
Bündnis Stadtnatur in Kreuzberg 61

Stadtgrün ArealWir haben das Bündnis Stadtnatur in Kreuzberg 61 gegründet. Es ist ein Zusammenschluß von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen wie die Ortsgruppe FHXB der Berliner Naturfeunde, der Ini Stadtnatur und Wachstumswende in Berlin sowie Einzelpersonen und Expert*innen, die zu ökologischen Fragestellungen im südwestlichen Teil Kreuzbergs arbeiten und die Frage von Wohnungsbau und Stadtgrün im Kontext zu den Auswirkungen auf das Klima im Fokus haben und denen der Klimanotstand ein Anliegen ist .

Wenn ihr Interesse habt und mitwirken möchtet, meldet euch per Email beim Bündnis Stadtnatur in Kreuzberg 61, Angela Laich (info@angelalaich), Anwohnerin des sogen. Dragoner Areals oder bei der Ortsgruppe FHXB der Berliner Naturfreunde, Lothar Lebgut (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Kiez-Kaffee mit ökologischem Rundgang auf dem sogen. Dragoner Areal

Am 11.07. luden die Stadteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG (WgK) und das in Gründung befindliche Bündnis Stadtnatur in Kreuzberg 61 unter dem Motto: Der Sommer ist da! zum Kaffeetrinken in den Kiezgarten vor dem Kiezraum auf dem sogen. Dragonerareal.

Bestes Wetter zum Zusammensein, Plaudern und Diskutieren über stadtpolitische Themen beim Verzehr der mitgebrachten Speisen und Getränke.

2020 07 11 01Als Premiere gab es zu diesem Termin einen ökologisch-geschichtlichen Rundgang über das Gelände. Die Idee kam von Angela Laich. Die langjährige Anwohnerin ist engagiert in dem Beteiligungsverfahren und hat mit weiteren Engagierten das 'Bündnis Stadtnatur und Wachstumswende in Berlin' gegründet. Der Fokus liegt auf Stadtnatur und dem Erhalt der Biodiversität mit ihrer Spontanvegetation, den Baumbeständen und seiner Artenvielfalt — auch hier im Rathausblock.
Beitrag zum Beteiligungsverfahren für das sogenannte Dragoner Areal

Das städtebauliche Werkstattverfahren für die Bebauung des sogenannten Dragoner Areals ist vorbei, der Sieger-Logo WgKEntwurf steht fest. Nicht Verdichtung Nummer 2, auch nicht Verdichtung Nummer 3, sondern Verdichtung Nummer 1 hat gewonnen.

Hurra, Hunderte von Neubauwohnungen inklusive ein 16stöckiges Hochhaus heißen wir willkommen! Oder auch nicht?

Diese ganze Entwicklung, das gesamte Beteiligungsverfahren bleibt für uns ein kritikwürdiges Unternehmen. Unsere Meinung, unsere Argumente sind nicht neu. Wir formulieren sie seit Jahren öffentlich, nachzulesen sind sie auf unserer Website.
Ein unabhängiges, selbstverwaltetes Stadtteilzentrum auf dem sogenannten Dragoner Areal muss her!

Parallel zu den Entwicklungen auf dem sog. Dragoner Areal fordern seit Jahren Initiativen und Nachbar*innen ein unabhängiges, selbstverwaltetes Nachbarschafts- und Kulturzentrum — ein Stadtteilzentrum auf dem Gelände.

Schauen wir uns die gegenwärtigen Prozesse zum Areal an, aber auch die, die im Kiez, im Stadtteil, in der ganzen Stadt ablaufen, so müssen wir umso lauter und energischer ein autonomes Stadtteilzentrum fordern und umsetzen — denn die Räume dafür gibt es dort schon lange.
April 2019: Zum aktuellen Planungsprozess für das sogenannte Dragoner Areal in Kreuzberg

Ein Bild dominiert zurzeit die stadtpolitische Öffentlichkeit zum gegenwärtigen Planungsprozess für das Dragoner Areal: Das Land Berlin wird in Kooperation mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und örtlichen Initiativen und interessierten Nachbar*innen die Zukunft des Dragoner Areals bestimmen.

Um für eine breite Zustimmung durch die sogenannte Zivilgesellschaft zu werben, wurde ein Verfahren eingeleitet, in dem alle Beteiligten „auf Augenhöhe“ miteinander kommunizieren sollen. Mit diesem sogenannten Beteiligungsverfahren wird suggeriert, dass es einen gemeinsamen Interessenverbund von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gibt.
Das sogenannte Dragoner Areal — Vergesellschaftung jetzt!

 Die Übertragung des sogenannten Dragoner Areals an das Land Berlin ist wieder einmal verschoben worden.

Diesmal werden rechtliche Gründe genannt: Der durch die Verhinderung der Privatisierung des Areals nicht zum Zuge kommende Investor, die Dragoner Höfe GmbH, geht in die Klage gegen den Ausfall seiner Gewinnerwartungen.

Wir wissen nicht, was hinter den Kulissen gepokert wird. Doch mit der ständigen Verzögerung der Übertragung wird nur allzu offensichtlich, dass der Bund selbst nach wie vor ein großes Interesse daran hat zu verhindern, dass das Areal in öffentlicher Hand bleibt. Dass er profitablere Geschäfte bevorzugt – so wie auch bei allen möglichen anderen öffentlichen Gütern, nicht zuletzt bei Wohnraum.
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Eigentumsübertragung des sog. Dragoner Areals 


Hintergrund

Während einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 6. November 2017 im BVV-Saal Friedrichshain-Kreuzberg zum Stand der Übergabe des „Dragoner-Areals“, wurde durch Staatssekretär Scheel (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen) zur Überraschung der seit Jahren rund um das Gelände aktiven Initiativen, Nachbarschaftsgruppen und Einzelpersonen verkündet, dass das „Dragoner-Areal“ im Zuge der Grundstücksübertragung vom Bund an das Land Berlin an die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften degewo und WBM übertragen werden soll.
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Forderungen zu dem Beteiligungsverfahren im Sanierungs- und Entwicklungsprozess des sog. Dragoner Areals, zur Grundstücksverwaltung und Trägerschaft des Geländes

Anlässlich der Informationsveranstaltung zum Stand der Übergabe des sog. Dragoner Areals durch den Bund an das Land Berlin am 06.11.2017 im BVV-Saal Friedrichshain-Kreuzberg, präsentierten ein Teil der Initiativen, die seit mehreren Jahren für die Re-Kommunalisierung des Geländes gekämpft haben, ihre Forderungen an das Land und den Bezirk.

Wir ─ die Initiative DragoAreal für den Stadtteil und die Stadt ─ haben an diesen Forderungen erhebliche Kritik und stehen dem Bürgerbeteiligungsprozess für das Sanierungsgebiet Rathausblock ─ in dem das sog. Dragoner Areal liegt ─ skeptisch bis ablehnend gegenüber.
Überlegungen zum geplanten Neubau auf dem sog. Dragoner Areal

Das sog. Dragoner Areal soll demnächst dem Land Berlin übereignet werden. Zwar laufen derzeit noch juristische Klagen über Eigentumsverhältnisse und gegen die Verhinderung der Privatisierung des Areals, doch die Vorstellungen über die Gestaltung des Areals nehmen Fahrt auf.

Der Berliner Senat setzt auf Neubau

Der Senat hat den Rathausblock mit dem Areal 2016 als Sanierungsgebiet ausgewiesen und im Rahmen der dabei erforderlichen Bürgerbeteiligung seine Vorstellungen für die Zukunft des Areals klar konturiert: 650 Wohnungen sollen gebaut werden, davon 50 Prozent „bezahlbarer Wohnraum“.

Zweifel an der Notwendigkeit einer umfangreichen Bebauung des Areals werden schnell als unberechtigt zurückgewiesen: Schließlich fehlen in Berlin tausende bezahlbare Wohnungen für Menschen, die Transferleistungen beziehen oder von geringem Ein­kom­men leben müssen. Doch man muss sich zunächst darüber verständigen, was mit „bezahlbar“ tatsächlich gemeint ist. Eine Miete von 6,50 €/ m² netto kalt, wie sie derzeit nicht nur von der Politik als „bezahlbar“ gehandelt wird, ist für Menschen mit geringem Einkommen eben nicht bezahlbar. Außerdem gilt es zu hinterfragen, warum eine Bebau­ung des Areals von Seiten des Senats als DIE (einzige) Möglichkeit gehandelt wird, um das Wohnungsproblem — eine Folge jahrzehntelanger verfehlter Wohnungspolitik des Berliner Senates — zu lösen.